
von Sarah Zimmermann

Eine Insel, auf der unzählige Gewürze, Aromen und Kulturen aufeinandertreffen. Wo Essen nicht nur Essen ist, sondern ein wichtiger Teil des Alltags und der Kultur.
Sri Lanka ist bekannt für seine unglaublich abwechslungsreiche Küche: tropische Früchte, alle Arten von Gemüse, aromatische Currys, Hoppers, Kottu, Süßspeisen, Reis mit Curry und noch vieles mehr.
Aber wie ist es eigentlich, wenn man vegan lebt?
Wie einfach ist es wirklich, in Sri Lanka vegan zu essen?
Zuallererst: Ich bin in so einigen Ländern gereist. In manchen war es unglaublich einfach, vegane Restaurants und Alternativen zu finden, während die Suche in anderen ziemlich schwierig und manchmal sogar frustrierend sein konnte.
Sri Lanka hingegen fühlte sich von Anfang an überraschend einfach an.
Ein Grund ist, dass viele traditionelle sri-lankische Gerichte bereits auf pflanzlicher Basis zubereitet werden oder leicht vegan bestellt werden können. Kokosmilch, geriebene Kokosnuss, Reis, Linsen, Gemüse und reichlich Gewürze bilden die Grundlage vieler Gerichte.
Dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die Sie unbedingt achten müssen. Vor allem, wenn Sie nicht nur vegan leben, sondern aufgrund einer Allergie oder Unverträglichkeit auch bestimmte Zutaten streng meiden müssen.
Traditionelle sri-lankische Gerichte, die vegan sein können
Eines der besten Dinge an der sri-lankischen Küche ist, dass viele Gerichte nicht einmal "veganisiert" werden müssen. Pflanzliche Zutaten waren schon immer ein natürlicher Bestandteil der traditionellen sri-lankischen Küche.
Dennoch können die Rezepte je nach Restaurant, Familie und Region variieren. Wenn Sie sich unsicher sind, ist es immer besser, noch einmal nachzufragen.
Idiyappam
String Hoppers sind dünne Reisnudeln, die zu kleinen Nestern gepresst und dann gedämpft werden. Sie werden oft zum Frühstück oder Abendessen gegessen und mit verschiedenen Currys und Sambols serviert.
String Hoppers selbst sind in der Regel rein pflanzlich. Bei den Beilagen lohnt sich jedoch ein genauerer Blick.
Hoppers
Hoppers sind definitiv eines dieser Dinge, die man probieren sollte, wenn man in Sri Lanka ist. Diese knusprigen, schüsselförmigen Pfannkuchen werden traditionell aus einem fermentierten Teig auf Basis von Reismehl und Kokosmilch hergestellt.
Einfache Hopper können vegan sein. Mit Appam mit Ei, das steht natürlich außer Frage. 😉 Wenn du dir bei dem Teig unsicher bist, fragst du am besten kurz nach.
Parippu / Dhal Curry
Linsen, Gewürze und oft Kokosmilch: Dhal, oder Linsen-Curry, ist für mich einer der Klassiker der sri-lankischen Küche und eine der einfachsten pflanzlichen Optionen.
Dhal ist hier im Grunde ein alltägliches Gericht. Man isst es zum Frühstück mit Kokos-Roti, mit Paratha, zum Mittagessen als Teil von Reis und Curry oder zum Abendessen mit Pittu. Es passt zu so vielen verschiedenen Gerichten und ist einfach ein wesentlicher Bestandteil der sri-lankischen Küche.
Pol Sambol
Pol Sambol wird hauptsächlich aus frisch geriebener Kokosnuss, Chili, Zwiebeln, Limette und Gewürzen hergestellt und zu den verschiedensten Gerichten wie Pol Roti, String Hoppers und vielen weiteren gegessen.
Aber seien Sie vorsichtig: Einige Versionen enthalten Maledivischer Fisch, bei dem es sich um getrockneten Fisch handelt. Dazu später mehr.
Kokos-Roti / Pol Roti
Roti wird aus Mehl und geriebener Kokosnuss hergestellt, und je nach Rezept können auch Zwiebeln, Curryblätter und grüne Chilis hinzugefügt werden. Es wird zum Frühstück oder Abendessen mit Sambol oder Currys gegessen.
Eines sollte Ihnen auch bewusst sein, dass Pol Roti oft mit Schweinecurry serviert wird. Unter Singhalesen ist das Essen von Pol Roti mit Kalu Pol Pork eine traditionelle Kombination.
Wada
Sie finden diese frittierten Snacks aus Linsen, Zwiebeln, Chili und Gewürzen an vielen Orten in Sri Lanka. Sie eignen sich besonders gut als schneller Snack für unterwegs.
Reis und Curry
Reis und Curry ist wahrscheinlich eine der einfachsten Mahlzeiten, die man wählen kann, wenn man in Sri Lanka vegan essen möchte.
Reis wird mit mehreren verschiedenen Curries und Beilagen serviert. Wenn man eine vegetarische Variante bestellt, hat man schnell einen ganzen Teller voller verschiedener pflanzlicher Gerichte.
Aber auch hier gibt es eine kleine Sache zu beachten: Trockenfisch.
Es ist am besten, konkret zu fragen, ob Maledivenfisch oder anderer getrockneter Fisch in den Currys oder Sambols verwendet wurde.
Gemüse-Kottu
Natürlich gehört Kottu auch auf jede Liste sri-lankischer Gerichte.
Roti wird in kleine Stücke zerkleinert und zusammen mit Gemüse, Gewürzen und anderen Zutaten auf einer heißen Platte zubereitet.
Wichtig: Gemüse bedeutet nicht automatisch vegan.
Gemüse-Kottu wird sehr oft mit Ei zubereitet. Stellen Sie also sicher, dass Sie es so bestellen "ohne Ei" und frage, falls nötig, auch nach Butter oder Margarine.
Vegetable Fried Rice and Noodles
Fried Rice und Noodles findest du praktisch überall und kannst sie meistens problemlos mit Gemüse bestellen.
Auch hier gilt aber: ohne Ei bestellen.
Zusätzlich lohnt es sich nachzufragen, ob Butter, Margarine oder andere tierische Zutaten verwendet werden.
Kiribath
Kiribath bedeutet übersetzt Milk Rice und wird aus Reis und Kokosmilch hergestellt. Es ist ein traditionelles Gericht, das in Sri Lanka auch zu besonderen Anlässen gegessen wird. Kiribath ist man meistens zum Frühstück mit Sambol.
Durch die Verwendung von Kokosmilch kann Kiribath komplett pflanzlich sein. Bei gekauften Varianten oder im Restaurant würde ich trotzdem kurz nachfragen.
Pittu
Pittu wird aus Reismehl und Kokosnuss hergestellt und gedämpft. Gegessen wird es häufig zusammen mit Currys oder Kokosmilch.
Auch hier sind vor allem die Beilagen entscheidend.
Pani Pol / Sri Lankan Pancakes
Die süssen, mit Kokosnuss gefüllten Pancakes sind meistens vegan, trotzdem kann es ab und zu sein, dass im Teig Ei oder normale Milch enthalten sind.
Dies eher bei Restaurants, in Local Shops wirst du meistens die vegane Option vorfinden, da Ei und Milch in Sri Lanka teuer sind.
Was solltest du beim Bestellen beachten?
Die traditionelle Küche macht es Veganern in Sri Lanka an vielen Stellen ziemlich einfach. Trotzdem gibt es ein paar Zutaten, die sich gerne dort verstecken, wo man sie vielleicht nicht erwarten würde.
Nur weil auf der Karte Vegetable Kottu, Vegetable Fried Rice oder Vegetable Noodles steht,bedeutet das nicht, dass das Gericht vegan ist.
Ei wird hier sehr häufig verwendet.
Deshalb sage ich beim Bestellen lieber noch einmal ausdrücklich:
No egg, please.
Ghee, Butter und Margarine
Vor allem wenn du in einem indischen Restaurant essen gehst, solltest du nach Ghee fragen..
Ghee ist geklärte Butter und somit nicht vegan.
Aber auch bei Margarine solltest du vorsichtig sein. Anders als man vielleicht erwartet, ist Margarine in Sri Lanka nicht automatisch pflanzlich. Viele Produkte enthalten Milchbestandteile beziehungsweise milk solids.
Wenn du aufgrund einer Unverträglichkeit oder Allergie auf Milch verzichten musst, würde ich deshalb nicht einfach nur nach „Butter“ fragen, sondern auch Margarine erwähnen.
Vorsicht bei Maldive Fish und getrocknetem Fisch
Das ist wahrscheinlich der Punkt, der mich am Anfang am meisten überrascht hat.
Getrockneter Fisch beziehungsweise Maledivischer Fischwird in Sri Lanka teilweise in Currys, Sambols und anderen Gerichten als Würzmittel verwendet.
Das bedeutet, dass ein Gericht auf den ersten Blick komplett pflanzlich aussehen kann und trotzdem Fisch enthält.
Gerade bei Pol Sambol und verschiedenen Gemüsecurryswürde ich deshalb immer konkret nachfragen:
Does this contain Maldive fish or dried fish?
Verlass dich nicht nur darauf, dass ein Gericht als „Vegetable“ bezeichnet wird. Wir haben vor allem viel solche Erfahrungen in der Gegend um Galle gemacht. Dort wird sehr gerne Trockenfisch in den Currys verwendet.
Kokosmilch ist dein bester Freund
Was das Ganze wiederum sehr viel einfacher macht: Kokosmilch gehört zur sri-lankischen Küche einfach dazu.
Viele Currys bekommen ihre Cremigkeit nicht durch Kuhmilch oder Sahne, sondern durch Kokosmilch.
Und genau das ist einer der Gründe, warum sich so viele traditionelle Gerichte problemlos für eine vegane Ernährung eignen.
Warum veganes Essen kulturell gar nicht so ungewöhnlich ist
Sri Lanka ist stark durch verschiedene Religionen und Kulturen geprägt. Buddhistische und hinduistische Traditionen spielen dabei eine grosse Rolle und vegetarisches Essen ist weit verbreitet.
Natürlich bedeutet das nicht, dass alle Buddhisten oder Hindus vegetarisch leben. Fleisch und Fisch gehören genauso zur sri-lankischen Küche.
Für Veganer ist aber ein grosser Vorteil, dass Gemüse, Linsen, Reis, Kokosnuss und pflanzliche Currys hier ein ganz normaler Bestandteil der täglichen Küche sind.
Und genau das liebe ich daran:
Man isst nicht ständig einen veganen Ersatz für ein eigentlich nicht veganes Gericht. Viele Gerichte sind einfach so, wie sie schon immer gegessen wurden.
Vegane Restaurants oder lieber Local Restaurants?
In touristischen Orten und grösseren Städten findest du mittlerweile viele Restaurants, die vegetarische und vegane Gerichte klar auf ihrer Karte kennzeichnen. Teilweise gibt es sogar komplett vegane Restaurants.
Im Landesinneren oder in kleinen lokalen Restaurants sieht das etwas anders aus.
Das bedeutet aber überhaupt nicht, dass du dort nichts Veganes findest.
Im Gegenteil: Oft stehen bereits mehrere Currys vor dir, die grundsätzlich pflanzlich sein könnten. Es wird nur nicht unbedingt ein grosses VEGAN Schild danebenstehen. 😉
Hier lohnt es sich, direkt nachzufragen und zu erklären, was du nicht isst.
Wenn du aufgrund einer Allergie oder Unverträglichkeit bestimmte Zutaten vermeiden musst, würde ich das zusätzlich ausdrücklich sagen. Verlass dich dann nicht nur auf das Wort „vegan“, sondern nenne die Zutaten, die du nicht verträgst.
Vegan einkaufen in Sri Lanka: Wie sieht es mit Ersatzprodukten aus?
Während veganes Essen in Restaurants und in der traditionellen sri-lankischen Küche überraschend unkompliziert sein kann, sieht es bei veganen Ersatzprodukten etwas anders aus.
Wenn du aus der Schweiz oder einem anderen europäischen Land kommst und an riesige Regale voller veganer Burger, Aufschnitt, Joghurt, Käse und anderer Alternativen gewöhnt bist, wirst du in Sri Lanka deutlich weniger Auswahl finden.
Es gibt Alternativen und einige davon sind wirklich gut.
Das Problem ist eher: Sie sind nicht überall erhältlich und oftmals ziemlich teuer.
Pflanzliche Milch
Soja-, Hafer- und Mandelmilch bekommst du vor allem in grösseren Supermärkten, wie Keells und Arpico.
Du musst also nicht komplett auf deine pflanzliche Milch verzichten. Allerdings haben diese Produkte hier ihren Preis.
Verglichen mit vielen lokalen Lebensmitteln kostet pflanzliche Milch in Sri Lanka gefühlt ein kleines Vermögen. 😅
Wenn du täglich viel Pflanzenmilch verwendest, wirst du das definitiv im Einkaufsbudget merken.
Vegane Butter und Margarine
Wie bereits erwähnt, lohnt sich bei Margarine ein genauer Blick auf die Zutatenliste. Margarine ist hier nicht automatisch vegan und kann Milchbestandteile enthalten.
Ich verwende aktuell die vegane Coconut Butter from Cocoland, die ich unter anderem bei Keells bekomme.
Sie ist vegan und schmeckt wirklich gut, allerdings ist sie nicht immer verfügbar. Wenn ich sie im Regal sehe, greife ich deshalb meistens doppelt zu.
Veganer Joghurt
Veganer Joghurt war für mich bisher tatsächlich eine kleine Herausforderung.
Bis jetzt habe ich nur einen einzigen veganen Joghurt in Colombo gefundenund der war ehrlich gesagt, geschmacklich und von der Konsistenz her nicht so gut.
Wenn du also gewohnt bist, im Supermarkt zwischen zehn verschiedenen Sorten Soja-, Kokos- und Haferjoghurt zu wählen, musst du dich hier etwas umstellen.
Vielleicht wird die Auswahl in Zukunft grösser. Aktuell wirst du aber sehr wahrscheinlich nicht fündig. Ausser in speziellen Läden und langem suchen.
Tofu
Bei Tofu sieht es zum Glück schon deutlich besser aus.
Tofu bekommst du in vielen grösseren Supermärkten und er ist relativ einfach zu finden.
Allerdings war der Tofu, den ich bisher hier gekauft habe, geschmacklich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Er ist in einer säuerlichen Flüssigkeit eingelegt und schmeckt dadurch direkt aus der Packung für mich nicht besonders appetitlich.
Mein persönlicher Tipp: Ich lege den Tofu über Nacht in frisches Wasser und bewahre ihn im Kühlschrank auf. Danach schmeckt er für mich deutlich angenehmer und lässt sich ganz normal weiterverarbeiten.
Das kann natürlich je nach Marke unterschiedlich sein. Probier deshalb einfach aus, wie der Tofu schmeckt, den du gekauft hast.
Vegane Burger, Käse, Aufschnitt & Co.
Hier merkst du den Unterschied zu Europa wahrscheinlich am stärksten.
Die riesige Auswahl an veganen Ersatzprodukten, die man mittlerweile aus europäischen Supermärkten kennt, gibt es in Sri Lanka so nicht.
Vegane Burger, Aufschnitt, Käse, Joghurt und ähnliche Produkte findest du nicht einfach in jedem Supermarkt.
In Colombo und einigen touristischen Gebieten hast du eher die Chance, spezielle oder importierte Produkte zu finden. Wenn du etwas findest, ist es allerdings häufig deutlich teurer als lokale Lebensmittel.
Mein Fazit zum veganen Einkaufen
Wenn du dich hauptsächlich von natürlichen Lebensmitteln und der lokalen Küche ernährst, ist eine vegane Ernährung in Sri Lanka wirklich unkompliziert
Wenn du dagegen gewohnt bist, viele Ersatzprodukte zu essen, musst du dich etwas umstellen und teilweise deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Aber genau das finde ich eigentlich gar nicht schlecht.
Sri Lanka hat so viele von Natur aus pflanzliche Gerichte, dass man vegane Burger, Käse und Co. viel weniger vermisst, als man vielleicht vorher denkt.
Hilfreiche Wörter und Sätze für Veganer in Sri Lanka
Wenn du in kleinen lokalen Restaurants isst, kann es natürlich vorkommen, dass Englisch nicht immer problemlos funktioniert.
Deshalb würde ich dir empfehlen, ein paar wichtige Begriffe auf dem Handy zu speichern.
Besonders hilfreich sind:

Gerade wenn du eine Allergie oder starke Unverträglichkeit hast, kann es sehr hilfreich sein, die wichtigsten Sätze in Sinhala oder Tamil griffbereit zu haben.
Also: Wie einfach ist vegan in Sri Lanka wirklich?
Nach meiner persönlichen Erfahrung: erstaunlich einfach.
Du findest vielleicht nicht an jeder Ecke ein Restaurant mit „100 % vegan“ auf der Tür und im Supermarkt wartet nicht dasselbe riesige Regal mit Ersatzprodukten auf dich wie in Europa.
Aber das muss auch gar nicht sein.
Viele der Lebensmittel und Gerichte, die in Sri Lanka jeden Tag gegessen werden, sind ohnehin pflanzlich oder können sehr einfach vegan bestellt werden.
Reis, Linsen, Kokosnuss, Gemüse, Früchte und unglaublich viele Gewürze gehören ganz selbstverständlich zur sri-lankischen Küche.
Du musst eigentlich nur wissen, wo sich tierische Zutaten manchmal verstecken können und was du beim Bestellen fragen solltest.
Wenn du das einmal weisst, eröffnet sich dir eine unglaublich vielfältige Küche.
Und ganz ehrlich?
Hungrig bin ich in Sri Lanka bisher wirklich noch nie nach Hause gegangen. 😉 😉



